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Urlaub und Co.: Was, wenn ich Schönes nicht genießen kann?


Bild: Zacharie Scheurer/dpa-tmn

Das Konzert, das das Highlight des Monats werden sollte. Der Urlaub, auf den man wochenlang hingefiebert hat. Oder sogar die eigene Hochzeit - der angeblich schönste Tag im Leben. 

Doch ist das Ereignis dann da, kann man es einfach nicht genießen. Wie kann das sein? Laut Michaela Wegener von der Deutschen Gesellschaft für Positive Psychologie (DGPP) ist das gar nicht so ungewöhnlich. 

Sie ermutigt dazu, ungute Gefühle in so einer Situation als Informationsquelle zu betrachten. Irgendetwas will es einem sagen: «Und wenn ich verstanden habe, was, wird das Gefühl sich verändern. Wahrscheinlich geht es sogar weg.»

Neben dem Schönen ist da oft noch etwas anderes

Was kann dahinterstecken? Vielleicht ist da Stress, weil man sich unbewusst unter Druck setzt, den Tag zu genießen oder für andere genießbar zu gestalten. Klassiker: die eigene Hochzeit. «Ich übernehme so sehr Verantwortung dafür, dass es schön wird, dass ich es genau deswegen selbst nicht mehr genießen kann», beschreibt Michaela Wegener. 

Zum anderen können äußere Faktoren, die uns herausfordern, das Schöne überlagern. Treffe ich bei einer Familienfeier etwa auf Verwandte, mit denen es Konflikte gibt? Oder kann der Urlaub gar nicht so erholsam sein, weil ich kleine Kinder dabeihabe? «Dann sind da zwei Gefühle gleichzeitig», so die Psychologin.

Wichtig: In manchen Fällen steckt hinter dem Phänomen, Schönes nicht genießen zu können, auch eine sogenannte Anhedonie. Sie ist ein Symptom von Depressionen und Psychosen. Wer sich zusätzlich im Alltag antriebslos fühlt oder familiär mit Psychosen vorbelastet ist, sollte das ärztlich abklären lassen.

Und nun: Ist das Ereignis noch zu retten?

Was hilft akut, wenn ich merke, dass ich etwas eigentlich Schönes nicht genießen kann? «Manchmal hilft es tatsächlich, eine Runde weinen zu gehen», sagt Michaela Wegener. Denn: In dem Moment, wo wir wahrnehmen und anerkennen, wie wir uns wirklich fühlen, passiert schon ganz viel. Innerlich kehrt dann ein Stück Ruhe ein. 

Selbstreflexion ist dafür das A und O: Wenn ich verstehe, woher das ungute Gefühl kommt, das sich über die Freude gelegt hat, kann ich Strategien entwickeln, damit umzugehen. Also etwa schauen: Wie lässt sich der innere Stress reduzieren? Oder: Wie gehe ich mit einem Konflikt um, sodass ich eine Feier trotzdem noch genießen kann? 

Dabei geht es auch darum, realistische Erwartungen zu entwickeln. «Wenn ich zum Beispiel mit kleinen Kindern in den Urlaub fahre und erwarte, mich zu entspannen, dann muss ich das verdammt gut planen und bestimmt auch Abstriche machen», sagt Michaela Wegener.

Fazit: Ertappen wir uns dabei, etwas Schönes nicht zu genießen, ist es in vielen Fällen noch zu retten. Wer unguten Gefühlen zunächst Raum lässt, macht Platz dafür, dass sich im Anschluss auch wieder Freude breit machen kann.


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(01.06.2026)


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